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Kastration

Die Kastration sieht bei jeder Tierart ein wenig anders aus, in manchen Fällen gibt es sogar unterschiedliche Methoden, und wird dementsprechend auch anders durchgeführt. Im Grunde genommen möchten die meisten Besitzer sich damit vor ungewollten Nachwuchs des vierbeinigen Lieblings schützen. Es gibt allerdings noch viele weitere Vorteile die je nach Tierart und Geschlecht unterschiedlich ausfallen. Alle Informationen zu den verschiedenen Tierarten und Methoden, die wir in der Tierklinik Perchtoldsdorf Ost anbieten, finden Sie hier.

Kastration Hündin

Eine Hündin zu kastrieren bringt viele Vorteile mit sich. Die meisten Besitzer sehen den größten Vorteil darin, dass Ihre Hündin nicht mehr trächtig werden kann. Außerdem wird Ihre geliebte Vierbeinerin nicht mehr läufig, d.h. die Blutungen fallen aus, sie ist ausgeglichener und die Rüden in der Umgebung verlieren ihr Interesse an ihr. Die Hündin kann nicht mehr scheinträchtig werden und die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken sinkt, wenn die Hündin zwischen erster und zweiter Läufigkeit kastriert wird.

Auch bei bestimmten Krankheitsverläufen wird meist eine Kastration angeraten, wie beispielsweise bei Ovarialtumoren (Eierstocktumoren), Zysten an der Gebärmutter (Glandulär zystische Hyperplasie des Endometriums) oder einer eitrigen Gebärmutterentzündung (Pyometra).

Wenn die Hündin bereits mehr als zweimal läufig war, machen wir vor der Kastration noch eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter, um sie auf Veränderungen zu überprüfen. Falls Unregelmäßigkeiten auftreten, wird die Entfernung der Gebärmutter angeraten.

Bei nicht kastrierten Hündinnen besteht im Alter immer ein Risiko, eine Pyometra (eitrige Gebärmutterentzündung) mit einhergehenden mögliche Komplikationen (Blutvergiftung – Sepsis, Multiorganversagen,…) zu entwickeln – nur durch eine Notoperation kann der Patient in diesen Fällen gerettet werden.  Weil das Komplikationsrisiko wegen der schweren Krankheit und des fortgeschrittenen Alters sehr hoch ist, überleben manche Patienten auch eine Notoperation mit intensivmedizinischer Betreuung nicht.

Bei Hündinnen können wir mittlerweile zwei verschiedene Arten der Kastration durchführen:

1. Die klassische Kastration

Bei der klassischen Kastration werden mittels Bauchschnitt die Ovarien (Eierstöcke) entfernt.

Im Falle einer Veränderung an der Gebärmutter, kann bei Notwendigkeit, im Zuge der klassischen Kastration auch die gesamte Gebärmutter entfernt werden. Dies ist nicht notwendig, wenn diese keine pathologischen Veränderungen (Zysten, erhöhter Füllungszustand, …) aufweist.

2. Die endoskopische Kastration

Bei dieser Methode werden mithilfe eines Endoskops die Eierstöcke durch einen kleinen Schnitt am Bauch entfernt. Diese Art der Kastration ist minimalinvasiv, das bedeutet, dass Ihr Liebling nur eine kleine Operationsnarbe davonträgt und dadurch auch die Rekonvaleszenz um ein Vielfaches kürzer ist als bei dem klassischen Bauchschnitt. Nach der endoskopischen Kastration darf Ihre Hündin sich genauso bewegen wie vorher und allen Aktivitäten nachgehen, die sie gerne hat, ohne Einschränkungen. Bitte beachten Sie, dass nicht jede Hündin für die endoskopische Kastration in Frage kommt. Außerdem ist die Entfernung der Gebärmutter nur durch den klassischen Bauchschnitt möglich.

Wie vor jeder Operation wird bei der Kastration ein prä- operativer Check durchgeführt: Der allgemeine Gesundheitszustand wird vom Tierarzt und die Blut- und Organwerte in unserem hausinternen Labor überprüft. Im Zweifelsfall wird vorher noch ein Herzultraschall durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Samtpfote, im Falle eines vorliegenden und eventuell unerkannten Herzproblems, die dafür vorgesehene Narkose erhält und das Risiko minimal gehalten wird. Während der Operation ist die geliebte Vierbeinerin unter Vollnarkose und wird durchgehend von unserem Anästhesisten- Team überwacht.

Bitte beachten:

Bitte vereinbaren Sie einen Kastrationstermin drei Monate nach Ende der Läufigkeit Ihrer Samtpfote. Beachten Sie, dass die Hündin vor der Kastration nüchtern sein muss (10-12 Stunden Futterentzug vor der Kastration), Wasser trinken ist erlaubt. Danach muss sie einen Body oder Trichter für 10 bis 14 Tage tragen. Auch wenn Ihr Liebling nicht ganz glücklich mit ihrem neuen Accessoire ist, bedenken Sie bitte, dass es zu ihrer eigenen Sicherheit ist. Wenn sie beispielsweise an der OP Narbe schleckt, weil es durch den Heilungsprozess ein wenig juckt, kann es zu Verunreinigungen und den damit verbundenen Entzündungen, Aufbeißen der Nähte oder zu einer Blutvergiftung führen.

Kastration Rüde

Da die Hormone fürs Wachstum und Ausreifen des Rüden sehr wichtig sind, wird die Kastration erst angeraten, wenn Ihr Liebling völlig ausgewachsen ist. Bei stark ausgeprägten Sexualverhalten, aggressivem Verhalten, Markieren im Wohnraum und anderen Verhaltensmustern, kann früher kastriert werden. Wir raten allerdings in solchen Fällen immer zuerst zu dem Hormonchip – dieser kann unerwünschtes Verhalten genauso unterbinden. Er wirkt, je nach Verabreichung, sechs Monate oder ein Jahr, und ist nicht endgültig wie eine Kastration.

Bei der Rüdenkastration wenden wir die präskrotale Methode an. Hierbei werden die Hoden nach oben gedrückt und mithilfe eines kleinen Schnittes entfernt. Der Hodensack bleibt am Rüden und bildet sich nach einiger Zeit zurück und wird kleiner. Falls allerdings Veränderungen am Hodensack auftreten, wird dieser mitentfernt.

Der präoperative Gesundheitscheck (Blutuntersuchung, gegebenenfalls Herzuntersuchung) wird wie bei der Hündin, vor jeder Kastration durchgeführt.

Falls Sie Ihre Fellnase nicht kastrieren lassen, entwickeln manche Rüden im Alter eine sogenannte benigne Prostatahyperplasie, das ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata teilweise mit Zystenbildung, die bei manchen Patienten zu Harn- und Kotabsatzproblemen führen kann. Daher ist es wichtig Ihren Rüden regelmäßig untersuchen zu lassen (Ultraschallkontrolle von Prostata und Hoden) und zu beobachten. Im Falle einer vergrößerten Prostata wird dringend zu einer chemischen oder chirurgischen Kastration geraten. Auch Hodentumore kommen hin und wieder bei Rüden vor, weshalb ein Ultraschallcheck nie vom Nachteil ist, um diese frühzeitig zu erkennen.

Bitte beachten: Ihre Fellnase muss zum Kastrationstermin bitte nüchtern erscheinen, 10-12 Stunden nichts fressen, Wasser trinken ist erlaubt, und wird im Anschluss einen Trichter für 10 bis 14 Tage tragen müssen. Auch wenn er mit keiner großen Begeisterung den Trichter trägt bedenken Sie bitte, dass es zu seiner Sicherheit ist. Wenn er beispielsweise an der OP Narbe schleckt, weil es durch den Heilungsprozess ein wenig juckt, kann es zu Verunreinigungen und den damit verbundenen Entzündungen, Aufbeißen der Nähte oder zu einer Blutvergiftung führen.

Kastration Katze

ALLGEMEINE INFORMATION:
Tierschutzgesetz: „Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur Zucht verwendet werden.“

Die weibliche Katze wird durchschnittlich im Alter von sieben bis neun Monaten zum ersten Mal rollig. Das merken Sie, wenn sie anhänglich wird, sich überall anschmiegt und vor allem ununterbrochen schreit. Die meisten Besitzer ertragen das „Gejammere“ nicht und möchten ohnehin gleich die Kastration. Das rollig werden ist allerdings auch für die Katze kein angenehmes Gefühl - wenn die Katze nicht kastriert wird, kann es zur sogenannten „Dauerrolligkeit“ führen, Stress und Depression, erhöhtes Risiko von Erkrankungen der Geschlechtsorgane, aber es ist vor allem mit einer geringeren Lebenserwartung zu rechnen. Daher ist die Kastration Ihrer Samtpfote auf jeden Fall erforderlich.

Bei der Kastration der Kätzin wird mit dem Skalpell die Bauchdecke geöffnet und die Eierstöcke werden entfernt. Dieser Eingriff ist im Vergleich zum Kater, bei dem der Vorgang nur äußerlich erfolgt, invasiver und aufwendiger. In seltenen Fällen ist die Entfernung der Gebärmutter ebenso erforderlich.

Bitte beachten: Die Katze muss zum Kastrationstermin nüchtern erscheinen – sie darf 10 bis 12 Stunden nichts fressen, Wasser trinken ist erlaubt.
Jede Katze ist unterschiedlich – die meisten weiblichen Katzen lassen ihre Operationsnarbe ruhen und schlecken nicht daran. Es kann allerdings vorkommen, dass genau Ihr Liebling nicht zu dieser Mehrheit gehört und an der Narbe herumkauen oder schlecken will. Auch wenn Sie die Katze nicht pausenlos beobachten können ist ein Trichter oder Body allenfalls anzuraten, da es beim Beschlecken zu Verunreinigungen und den damit verbundenen Entzündungen bis hin zur Sepsis führen kann. Der Freigang der Samtpfote sollte bis zum vollständigen Verheilen unterbunden werden, da Katzen ab ungefähr 5 Monate geschlechtsreif sind und sonst ein Risiko besteht, auch vor dem Kastrationstermin ungeplant trächtig zu werden.

Kastration Kater

ALLGEMEINE INFORMATION:
Tierschutzgesetz: „Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur Zucht verwendet werden.“

Die männliche Katze wird im Durchschnitt im Alter von sieben bis neun Monaten geschlechtsreif, in seltenen Fällen werden Kater bereits im fünften Lebensmonat geschlchtsreif. Falls Kater und Kätzin im gleichen Haushalt wohnen, müssten diese bis zur Kastration getrennt leben, oder im Zweifelfall der Kater etwas früher kastriert werden. Bitte halten Sie mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens diesbezüglich Rücksprache. Fast alle Stubentiger beginnen mit der unangenehmen Art alles mit intensiv riechendem Urin zu markieren. Wenn es soweit ist, sollte man schnell einen Kastrationstermin vereinbaren, denn dieses Verhalten abzugewöhnen ist ein langwieriges Unterfangen und manche Kater gewöhnen sich das Markierverhalten ein Leben lang nicht mehr ab.

Die Kastration des Katers ist ein kleiner und kurzer Eingriff, bei dem der Hodensack durch einen kleinen Schnitt mit dem Skalpell angeschnitten und die Hoden entfernt werden. Der Hodensack bleibt am Tier und bildet sich zurück.

Bitte beachten: Ihre Fellnase muss zum Kastrationstermin nüchtern erscheinen – er 10 bis 12 Stunden nichts fressen, Wasser trinken ist erlaubt.
Jeder Kater ist anders – viele lassen den operierten Bereich in Ruhe und schlecken nicht daran. In manchen Fällen kommt es aber vor, dass der Stubentiger schleckt oder daran herumkauen möchte. Und wenn Sie Ihren Liebling nicht pausenlos beobachten können ist ein Trichter auf jeden Fall die beste Alternative, um das Beschlecken und die damit verbunden Risiken einer Entzündung zu verhindern. Der Freigang sollte auch bis zum vollständigen Verheilen nicht gewährt werden (bis zum Zeitpunkt der Kastration ist ihr Liebling potentiell geschlechtsreif und könnte unkastrierte Kätzinnen aus der Nachbarschaft ungewollt beglücken)