.

Der Perikarderguss

22.04.2021

Der Perikarderguss kommt häufiger bei unseren geliebten Vierbeinern vor als gedacht. Hierbei handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikard), der Druck auf das Herz ausübt; dabei ensteht die Herzbeuteltamponade und das Herz kann nicht mehr richtig pumpen. Die Symptome, die damit einhergehen, sind leider sehr unspezifisch, dadurch können Perikardergüsse schnell übersehen werden.

Die Ursachen können unterschiedlicher Herkunft sein: Tumore am Herzen, Herzbeutelentzündungen oder auch idiopathisch, also ohne ersichtlichen Grund einer Erkrankung. Ebenso unterscheidet man zwischen akutem und chronischem Perikarderguss.

Beim chronischen Perikarderguss zeigen die meisten Fellnasen einen umfangsvermehrten Abdomen, sind lethargisch, kurzatmig, inappetent und nicht belastbar.

Bei der akuten Variante verzeichnen die Besitzer meist verringerten Kotabsatz nach körperlicher Anstrengung, Schwäche und Kollaps. Vermehrtes Trinkverhalten, Erbrechen und Husten gehören ebenso zu den Anzeichen.

Bei der Erstellung der Diagnose stellen wir beim Abhören der Samtpfote meist abgeschwächte Herztöne fest, eine höhere Herzfrequenz und einen schwachen Puls. Das EKG weist niedrige Wellen auf. Beim Röntgen das erste bedeutsame Anzeichen, nämlich ein großes, kugelförmiges Herz. Um ganz sicher zu gehen, ordnen wir dann einen Herzultraschall an. Hierbei kann man sofort die Flüssigkeitsansammlung um das Herz darstellen. Mit dieser Methode können wir meist auch gleich feststellen, ob Tumore vorliegen, die die Tamponade verursachen. 

Vierbeiner, die an einem Perikarderguss erkranken, müssen meist aufgrund des Schocks, der damit einhergeht, stationär aufgenommen werden und bekommen Infusionen, um den Kreislauf zu stabilisieren. Wir führen schnellstmöglich eine Perikardiozentese durch. Hierbei wird mithilfe des Ultraschalls und einer Nadel von außen die Flüssigkeit abgesaugt. Das Punktat wird ins Labor geschickt und auf Entzündungs- und Tumorzellen und Bakterien analysiert.

Manchmal reicht eine einmalige Perikardiozentese und es bildet sich keine weitere Flüssigkeitsansammlung. Leider kann es aber auch vorkommen, dass mehrmals in unterschiedlichen Zeiträumen die Flüssigkeit abpunktiert werden muss. Sollten sich die Perikardergüsse immer wieder bilden, kann auch eine Perikardektomie durchgeführt werden. Hierbei wird ein Teil des Herzbeutels entfernt und es kann sich kein Erguss mehr bilden und die Flüssigkeit rinnt ab. Da es in den meisten Fällen an einem Tumor lag, rinnen hierbei auch die Tumorzellen ab und bilden binnen drei bis sechs Monaten Tumore am Brustfell und der Lungenoberfläche. Daher ist die Prognose einer Perikardektomie sehr vorsichtig.